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Selbsterhaltungsprojekt


"Sanitätswache 3" ist ein ca. 860qm großes dreigeschossiges Backsteingebäude, errichtet zu Pförtner -und Sanitätszwecken des Kalibergwerks. Während der DDR Zeit und 20 Jahre danach haben die hiesigen Bewohner das Gebäude als Viehstahl, Lager und Wäschetrockenraum verwendet... Heute planen wir hier eine Wanderstation und Kunstraum mit Daueraustellung einzurrichten, unter dem Motto: Wilhelmshall, Huy`s industrieller Meilenstein im Zeitwandel. Der Erdgeschoß mit seinen 220 qm schreit regelrecht nach unplug live Musikevents. Der „Artraum“, im ersten Obergeschoss,  lädt zu gemütlichen Verweilen und Inspirationen ein, weit weg von städtischer Hektik.






Kurioses:

B
ei Besitzübernahme im Jahr 2010 hat es sich herrausgestellt, dass auf dem Grundstück der Sanitätswache  7,932,430,- Pfund Sterling Altschuld liegt, die noch aus der Zeit der Deutschen Kalisyndikat GmbH stammt. Der Veräußerer, Gemeinde HUY, hat das Wissen über diesen "Pinats" bis zu Vorlage des Kaufvertrags nur für sich behalten.

1953 hatte BRD mit dem Londoner Schuldenabkommen alle finanziellen Vorkriegsverpflichtungen geklärt, bloß die "Zone" fühlte sich damals nicht als Erbberechtigter der deutschen Vorkriegszeit und deswegen wurden solche Angelegenheiten bis heute nicht bereinigt.

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Interessant ist, dass die Wohngebäude von Wintershall (im oberen, alten Bild rechts der Sanitätswache) an das Reichsfiskus (Heer) am 10 Januar 1938 lt. des Übernahmevertrages von 1940 veräußert werden konnten:



obwohl im § 1 Abs. 3 des gleichen Vertrages hieß:




Dies lässt vermuten, warum manche Grundstücke in Wilhelmshall Grundbuchschulden aufweisen und manche nicht. Die Wohngebäuden wurden schuldenfrei an das III Reich verkauft und das Werksgelände blieb verschuldet. Weil die Sanitätswache nicht zu den Wohngebäuden gezählt hat, wurde sie nicht verkauft, hat daher die Schuldanteile. Merkwürdig ist jedoch, das 1/3 des Hauses ein separates Grundstück ist und keine Grundlasten aufweist und 2/3 trägt die volle Haftung. Wurden die Grundstücke seit Ende des Zweiten Weltkrieges nach Gutdünken zerlegt und die Schulden dort hin verschoben, wo sie momentan nicht wichtig waren?


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16.10.2017 Nachtrag

Im Juni 2015 hat die Gemeinde Huy endlich die Löschungsbewilligung von der londoner REA Treuhandgesellschaft bei Grundbuchamt vorgelegt. Jetzt beanstandet der Rechtspfleger des Amtsgerichts seit über zwei Jahren die Rechtmäßigkeit dieser Löschungsbewilligung mit der Begründung, es wären nicht eindeutige Nachweise vorgelegt, die die Treuhandgesellschaft dazu berechtigen, die Löschungsbewillingung auszustellen. Auch der Treuhandvertrag vom 1926 aus dem Bundesarchiv in Berlin geschlossen zwischen dem Schuldner (Deutschen Kalisyndikat GmbH) und dem Gläubiger REA  ist nicht ausreichend.