Wilhelmshall im Huy

Es grüne die Tanne, es wachse das Salz, Gott erhalts!


Wilhelmshall – Ein vergessener Industrieort im Huy

Wilhelmshall ist ein ehemaliger Industrieort im Herzen des wunderschönen Landschaftsschutzgebiets Huy.

Von der einst mächtigen Gewerkschaft Wilhelmshall zu Anderbeck – einem der großen Kali-Bergbaubetriebe des frühen 20. Jahrhunderts – sind heute nur noch wenige Relikte erhalten geblieben. Die verbliebenen baulichen Anlagen stehen als geschützter Baudenkmalort (Flächendenkmal) unter besonderem Schutz, spiegeln jedoch den tragischen Zustand einer vergangenen Epoche wider. Während unter der Erde historische Hohlräume wie der legendäre Festsaal auf der 330-Meter-Sohle ruhen, kämpfen die obertägigen Ruinen gegen den endgültigen Verfall.

Umso kurioser: Bis heute sind in den Grundbüchern einiger Parzellen Millionen Pfund Sterling hohe Vorkriegsschulden des Deutschen Kalisyndikats GmbH eingetragen – historische Papiertiger, die erst in der Gegenwart durch mühsam erstrittene Löschungsbewilligungen endgültig bereinigt werden.

Viele Teile des industriegeschichtlichen Ortes liegen seit Jahrzehnten vernutzt, devastiert, vermüllt oder sich selbst überlassen da, während die lokale Bürokratie oft in gelähmter Tatenlosigkeit verarrt. Doch genau hier setzt eine neue Geschichte ein:

Mutige „Freigeister“, visionäre Eigentümer haben das Zepter in die Hand genommen. Sie sichern die historischen Areale und bewahren diesen Ort in respektvoller Naturverbundenheit vor dem Untergang. Es entsteht ein lebendiges „Museum der vergangenen Zukunft“, das die Brücke zwischen historischem Erbe und neuem Aufbruch schlägt.


Wilhelmshall ist mehr als Ruinen – es ist ein lebendiges Zeugnis von Industrie, Natur und Neuanfang im Huy.